Podiumsdiskussion zum Bienen- und Insektensterben im Bürgerhaus

Bienen in Gefahr? Diese Frage diskutierten vergangene Woche vier Experten zum Thema Bienen- und Artensterben im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Dudweiler. Trotz Ferienbeginn und guten Wetters war die vom Ortsverband Dudweiler/Scheidt und der Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutz von Bündnis 90/Die Grünen ins Leben gerufene Veranstaltung sehr gut besucht. Die Moderation übernahm der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und MdB Markus Tressel.

v.l.n.r.: Gilbert Bast, Dr. Christian Pfeil, Markus Tressel, Dr. Susanne Meuser, Christoph Hassel

Die vier Referenten aus verschiedenen Fachbereichen stiegen in eine zum Teil kontroverse Diskussion ein. Dr. Susanne Meuser, Dipl.-Biologin und Imkerin im Fachbereich Zoologie der Universität des Saarlandes, vertrat die Ansicht, dass im Bereich der Honigbienen kein Massensterben zu verzeichnen sei, sehr wohl aber bei anderen Insekten. Dem widersprach Gilbert Bast, selbst Imker und Vorsitzender der Buckfastzuchtgruppe Saarland. Er und seine Kolleg*innen hätten jüngst fast 50 Prozent ihrer Bienenbestände eingebüßt. Zurückzuführen sei dies vermutlich auf den exzessiven Einsatz von Pestiziden. Die Verbreitung von Pestiziden und deren Auswirkungen auf Bienen und andere Insekten kritisierte auch Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND. Dr. Christian Pfeil, Vorsitzender des Landesverbandes saarländischer Imker, gab zu bedenken, dass der Rückgang der Bienen nicht monokausal sei – neben Pestiziden litten diese beispielsweise unter Milbenbefall und Auswirkungen des Klimawandels.

„Es scheint Konsens, dass wir es mit einer massiven Reduzierung der Artenvielfalt zu tun haben.“, fasste Markus Tressel die Diskussion zusammen und nahm einen Appell an die Politik, sich dieses Themas anzunehmen und es nicht bei Lippenbekenntnissen zu belassen, mit nach Berlin.

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